Ringelnatz

Im Mai 1903 eröffnet die Traunsteiner Wirtin Kathi Kobus in der Münchner Türkenstrasse 57 die legendäre Künstlerkneipe “Simplizissimus”. Mit ihr ziehen auch ihre Stammgäste wie Frank Wedekind, Olaf Gulbransson und andere im Dunstkreis der gleichnamigen Satirezeitschrift in das neue Lokal ein. Kobus beschäftigt fortan ihre “Hausdichter” Karl Valentin und Joachim Ringelnatz auf der Brettlbühne der Kneipe. Der mittellose Schriftsteller und Maler Ringelnatz verdient sich hier jeden Abend seinen Unterhalt mit dem Vortrag seiner Turn-, Tier- und Seemannsgedichte. Hin- und hergeworfen zwischen obskuren Geschäftsideen, Dichtelei und Broterwerb landet Ringelnatz schließlich mit der Malerin Leonharda “Muschelkalk” Pieper in Berlin.

Der Salon wirft einen humoristischen Blick zurück in ein Schwabing als Mekka der Kleinkunst und Satire, einem München im Kampf um Ordnungsstrafen wegen Ruhestörung und Zechprellerei. Neben seinem dichterischem Werk, wird auch der bildenden Künstler Ringelnatz als Zeichner, Karikaturist und Maler gewürdigt, der als Universalkünstler einen unverstellten Blick auf die Ereignisse und Zerwürfnisse der Weimarer Republik gewährt.

Der literarische Schwerpunkt des Soiree bilden die Motive aus dem literarischen und biographischen Werk von Joachim Ringelnatz, Kathi Kobus und Leonharda Pieper

Mit Musik von Darius Milhaud, Cyril Scott, Erwin Schulhoff, Jacque Ibert und Robert Schumann für Geige, Saxofon und Klavier.

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